Sonntag, 1. November 2009

6 Wochen später

Tja, der Kleine wird über-über-morgen 6 Wochen alt. Es läuft eigentlich ganz gut, aber leider hat er sehr oft Bachweh bzw. Blähungen. Diese besonders gern Nachts, also müssen wir ihn in Schichten auf unseren Bäuchen schlafen lassen. Das hat aber ganz gut geklappt, vor allem weil meine Mutter noch da war. Leider muss sie aber morgen wieder heimfliegen. Zum Glück konnten wir aber Tines Mutter überreden, dann doch noch für 3 Wochen zu kommen. Ich werd sie dann am Donnerstag am LA-Flughafen abholen.
Der Kleine entwickelt sich sonst sehr gut und ist schon massig gewachsen.

Hier mal ein paar Bilder von Geburt bis jetzt:
Joshua

Montag, 28. September 2009

Tadaaaa!



Ist er nicht süüüüüß? Das ist Joshua (Zweitname Demian), der unter strengster Geheimhaltung vom Blog gezüchtet wurde und letzten Mittwoch (drei Tage nach meinem Geburtstag) geschlüpft ist. Ja, ich bin Papa geworden! Details kommen dann nach und nach, je nachdem wie lange der Kleine mich schlafen lässt.

Sonntag, 30. August 2009

Endlich ist die Rostlaube weg!

Wir haben hier momentan Hundstage - Temperaturen bis 33 Grad Celsius! Ist schon ungewöhnlich warm für San Diego. Deshalb sind wir heute Vormittag gleich mal in den Pool gesprungen. Himmlisch! Echt nicht schlecht, das Wochenendurlaubsfeeling ind Südkalifornien...

Wir wollten uns später eigentlich nur mal nach einem neuen Auto umschauen, da unser altes ja in den letzten Zügen liegt. Wir sind zu Carmax gegangen, einer großen Gebrauchtwagenkette. Die sind zwar etwas teurer als Privatkauf, aber dafür haben se ne große Auswahl und man weiss, man bekommt keinen Schrott. Nicht so, wie bei unserem letzten Kauf!

Wir haben uns also von einem Verkäufer namens Jesus mit nem Golfcart auf dem Parkplatz rumfahren lassen und sind in verschiedene kleine SUVs eingestiegen. Jesus war echt witzig: sobald ich gesagt hab "Hmm, Naja" meinte er sofort: "Ok, raus, nächstes!". Am Ende haben wir dann zwei kurze Testfahrten gemacht. Eine mit nem Nissan Murano von 2005 und eine mit nem Mazda Tribute von 2006. Der Nissan war zwar feiner und edler (und teurer), aber gefallen hat uns der Mazda dann doch besser. Also rein und mal schauen, was das ganze dann mit Steuern kosten soll. Bei der Gelegenheit haben sie auch noch unser altes durchgecheckt und ein Angebot gemacht. Ich dachte ja, er bringt nicht mehr als $500 (wie uns der letzte Händler gesagt hatte), aber Carmax hat uns ganze $1200 geboten. Das gab dann natürlich erst mal ne Runde High Five von Jesus!

Na gut, dann haben wir schnell unsere Finanzen gecheckt und zugeschlagen. Dafür mussten wir aber leider erst mal nach Hause düsen, um den Fahrzeugbrief und das Scheckbuch zu holen. Auf der Rückfahrt wurden wir dann erst mal etwas nostalgisch. Immerhin hatte uns dieses Auto durch das erste Jahr in den USA, über Berge, durch Täler und Wüsten geschleppt. Aber es war Zeit, den alten Klepper hinter die Scheune zu bringen. Also wieder zurück beim Händler, 1000 mal Adresse, Sozialversicherungsnummer, Telefonnummer etc. wiederholen, dann an einen Computer und online eine Versicherung bei Progressive.com besorgt, dann nochmal Qualitätscheck im Auto, dann wurde das Auto noch mal geputzt und getankt, dann mussten wir zu ner anderen Angestellten und 100000 mal auf verschiedenen Zetteln unterschreiben und dann endlich hatten wir den Schlüssel! Insgesamt hat der Prozess sicher 4 Stunden gedauert!

Aber jetzt sind wir glücklich und zufrieden. Danke, Jesus!

Hier ein Bild, wie es ungefähr aussieht (ist nicht unser Auto, aber dasselbe Modell in der richtigen Farbe):

Mittwoch, 12. August 2009

Ein Zivi aufm Schießstand

Nein, das ist nicht der Anfang eines Witzes, sondern was gestern genau passiert ist. Um die volle amerikanische Dröhnung zu kriegen, bin ich gestern mit einer erfahrenen Kollegin zu einer Gun Range gefahren. Dort kommt man zuerst in einen Raum mit Vitrinen voller Waffen. Durch die Scheibe nach nebenan konnte man schon die Schießwütigen beobachten und hören. Nachdem man einen Zettel ausgefüllt und seine Drivers License vorgezeigt hat, konnte man sich aus der Vitrine seine Wunsch-Waffe aussuchen. An den Wänden hingen auch Schrot- und Sturmgewehre, die auch zur Verfügung stehen. Ich wollte aber natürlich erst mal klein anfangen und hab eine 9mm Glock gewählt. Meine Kollegin holte sich einen dicken Revolver.

Die Knarren wurden zusammen mit der Munition (je 50 Schuss) in eine ordinäre Platikbox mit Griff gelegt und wir mussten uns noch Zielscheiben aussuchen. Sie nahm die klassische Mann-Silhouette und ich die mit eingezeichneten Organen - man will ja wissen, was man da trifft. Außerdem gab es noch Spaß-Zielscheiben mit Zombies drauf. Daraufhin bekamen wir unsere Kopfhörer und Schutzbrillen und konnten zu den Schießbahnen rübergehen.

Das ist schon leicht einschüchternd, wenn man da reinkommt. Es riecht nach Schwarzpulver, man ist durch die Kopfhörer relativ taub und hört trotzdem laute Schüsse. Die anderen Leute waren aber völlig normal, so dass ich wenigstens keine Angst hatte, dass einer ausflippt und plötzlich um sich schießt (alles schon passiert). Ernsthaft - die Leute da könnten auch auf der Bowlingbahn stehen. Es waren mehrere Frauen da, wenn auch meist in Begleitung eines Mannes. Da war zB dieser eine ca 25 jährige Typ mit kurzer Hose, Baseballcap und Tattoos mit seiner blonden, leicht doof guckenden Freundin, der er scheinbar das Schießen beibrachte. Rechts nebenuns waren drei Kumpels, die unisono um die Wette schossen. Wie auf der Bowlingbahn eben. Im Verkaufsraum hab ich sogar eine Familie mit 3 Kindern gesehen - die dürften nicht älter als 12 gewesen sein, schätze ich.

Ich ging dann also zur Bahn und begann, mein Magazin zu laden. Das hatte ich schon in Filmen gesehn, wobei es da aber viel leichter aussah. Man muss die Patronen dermaßen reinwuchten, dass man denkt, sie würden gleich losgehen. Dann *Zack*, Magazin in den Griff reinhauen, den Schlitten nach hinten ziehen, um die Patrone reinzuladen, breitbeinig mit ausgestreckten Armen dastehen und schießen. Der Schuss ging los und die Knarre schlägt richtig nach oben und hinten aus. Sehr beeindruckend, was da für ne Macht hintersteckt. Leider hab ich die Waffe leicht schlecht gehalten, so dass mein linker Daumen etwas angehauen wurde. Außerdem hat die Wumme sofort blockiert, wahrscheinlich weil ich sie schlecht geladen hatte.

Also erst mal nen Typ geholt, damit er sie wieder in Ordnung bringt. Ab dem zweiten Schuss war dann aber alles wunderbar und ich konnte ziemlich gut das Herz meines Pappkameraden malträtieren. Später durfte ich dann auch mal mit dem Revolver schießen, der noch mehr Rückschlag hat, aber dafür einfacher zu laden ist (auch aus Filmen bekannt). An der Seite der Trommel kommen dabei beim Schuss richtige Flammen raus und es gibt einen satten, wummernden Ton. Dafür kann man die Glock schneller in Folge schießen, was ich dann am Ende auch gemacht hab (bäng bäng bäng bäng).

Nachdem wir dann beide alles verschossen hatten, gings raus und wir durften pro Nase ca 30 Dollar blechen. Geht eigentlich. Das ganze war gar nicht so komisch und seltsam, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich habs eher als Sport gesehen, wie beim Bogenschießen zB, und nicht als Mordwaffen-Training. Ich werds bestimmt noch mal versuchen - dann aber mit ner Shotgun :).

Das einzige krasse an der Sache ist, wie leicht man hier seine Finger an eine Waffe kriegt. Ich musste wirklich nur den Führerschein vorlegen und dann konnte ich als blutiger Anfänger einfach drauf los ballern. Aber die Gesetze um eine Waffe zu besitzen sind ja auch nicht viel härter. Man muss eigentlich nur einen Sicherheitskurs machen und dann 14 Tage auf seine Knarre warten. Tja, Amerika halt!

Donnerstag, 6. August 2009

Eiszeit, Magenspiegel und iPhone

Letzten Sonntag ist ja unser Besuch aus Deutschland wieder abgerauscht (war sehr nett mit euch!). Davor waren wir aber am Freitag abend noch mal im Kino - schließlich gehört das zum Amerikaerlebnis dazu. Gesehen wurde Ice Age 3 in 3D. War wirklich net schlecht, der Effekt und lustig und süß war der Film auch. Da ist die Story schon eher zweitrangig (hüstel).

Samstag wurde dann noch mal gebarbequed (aua, was ne Wortunschöpfung), zusammen mit Volker und Marietta, die dafür extra noch aus San Francisco eingeflogen sind. War wieder mal ein Festschmaus mit allerlei leckerem aus Gemüse, Soja, Thunfisch, Hühnchen und Rind. Zum Nachtisch dann noch den genialen Apfelkuchen aus Julian und schon waren die Bäuche prall gefüllt.

Vorgestern hat mich eine Frau des Akoholismusses verdächtigt: ich rollte morgens mit meinem Fahrrad in die Firma (wie immer) und eine wildfremde spricht mich plötzlich quer über den Parkplatz an, ob ich denn in der Nähe wohne oder etwa meinen Führerschein wegen Alkohols weggenommen bekommen hätte. Tsts, doch etwas unverschämt, oder? Außerdem wurd ich an dem Tag noch von nem Special Agent ausgequetscht. Einer meiner Ex-Kollegen hat wohl jetzt einen Job, bei dem er Staatsgeheimnisse erfährt und wenn sowas passiert, macht eine Stattsbehörde (OPM) einen background check desjenigen. Dazu hat mir ein netter alter ex-Airforce Herr mit einem hübsch glänzenden Abzeichen in der Brieftasche (wie im Film!) dann ein paar Fragen gestellt. zB, ob der ex-Kollege meiner Meinung nach loyal gegenüber der USA ist, ob er einer verfassungfeindlichen Gruppe angehört, ob er Drogen nimmt, etc...

Heute morgen hab ich dann noch ne Magenspiegelung bekommen. Mir hat es öfters mal im Bauchraum etwas gedrückt, daher hat mir der Arzt empfohlen, da mal reinzugucken. Tine hat mich dann in der früh hingefahren. Das ganze lief unter ner kurzen Narkose ab, so dass ich nix mitbekommen hab. Rausgekommen is nix, was ja gut ist. Was mich etwas stutzig macht sind folgende Zeilen auf der Ergebnisseite: "The procedure was somewhat difficult. The patient did not tolerate the procedure well." Heisst das, dass ich die ganze Zeit gewürgt und mich gewehrt hab? Bin mir nicht sicher, ob es eine Narkose war, oder eher so ein Zeug, bei dem man es einfach nachher vergisst...

Jedenfalls hab ich das meiste nach dem Aufwachen auch schon wieder vergessen. Kann mich nicht erinnern, wie Tine mich heimgebracht hat. Nach einem Nickerchen bis zum Mittag war ich dann aber bis auf eine Schwummrigkeit und etwas Halsschmerzen wieder wohlauf. Und weil ich es mir damit verdient hab, und es auch schon lange überfällig war, hab ich mir am Nachmittag dann ein iPhone (3g S, 16GB) besorgt :). Schönes Teil!

Montag, 27. Juli 2009

Hollywhaaaat?

Sonntag sind wir mit unseren momentanen Gästen nach LA hochgetuckert. Das war unser aller erster Besuch in der Metropole. Dank meiner Kollegin hatten wir eine Menge guter Tipps dabei. Dank unseres bescheuerten Autos hatte allerdings das Navi keinen Saft und wir mussten mit einer sehr groben Karte zurecht kommen.

Zuerst ging es zum Griffith Observatory, von dem man super den Hollywood-Schriftzug sehen konnte und wo man eine perfekte Aussicht über die Stadt hat. Als nächstes dann auf den Walk of Fame, mit den berühmten Sternen im Boden und dem Chinese Theater mit den Fuß- und Handabdrücken. Wie erwartet gab es da einen extremen Touristenrummel und wir sind nach einmal hoch- und runterlaufen gleich weiter. Eigentlich wollten wir dann beim original Roscoes Chicken & Waffles essen (Hähnchen und Waffeln auf einem Teller? YEAH! ;), aber die Schlange davor war einfach zu lang und wir haben uns lieber zum In&Out Burger auf dem Sunset Blvd weiterbewegt.

Dann fuhren wir den Sunset Boulevard (mit einem kleinen Abstecher zum Rodeo Drive) bis zum Meer runter. An Santa Monica sind wir nur vorbeigefahren, aber danach in Venice Beach haben wir uns aus dem Auto gewagt (nach ca. 1 Stunde Parkplatzsuche). Da gab es natürlich auch wieder einen riesigen Touristenrummel und Street-Performer, ein Basketballturnier (da wo "White men can't jump" gedreht wurde) und den Muscle Beach, an dem sich der Narzissmus dann auf die Spitze treibt.

Danach wurds auch schon etwas spät und wir sind wieder heim - zum Glück ohne nennenswerten Stau. Eigentlich könnten wir das öfter machen. Hollywood ist immerhin nur 2 Stunden entfernt.

Los Angeles

Reise nach Geekistan

Samstag durfte ich meinen inneren Geek mal voll rauslassen: ich war auf der San Diego Comic-Con. Da ich gut vorbereitet war wusste ich, was ich dort erwaten kann: Freaks in Kostümen, Stars aus Film und Fernsehen und lange Schlangen vor den Auditorien. Deshalb stand ich dann auch schon um kurz nach 8 in einer Schlange (Felix: danke fürs Platz-freihalten!), um ein Lost Panel um 11 Uhr mitzuerleben. Es hat sich aber auch gelohnt - war eine sehr interessante und witzige Veranstaltung.

Danach wollte ich in die Panels zu Futurama und Simpsons wechseln, musste nach 30 Minuten anstehen aber einsehn, dass es nix werden wird. Vor mir waren noch so ca 2000 Leute und die Räumen werden nach den Veranstaltungen nicht geleert. Also hab ich schnell den Plan gewechselt und bin zum Panel der TV Show Glee gegangen, das auch ganz interessant und witzig war. Außerdem hatte ich dadurch gleich super Plätze für das folgene: Heroes. Sehr coole Veranstaltung mit vielen Stars. Als nächstes ging ich zu einem Panel mit Kevin Smith. Wow, der war echt besser, als die meisten Stand-Up Comedians mit seinem typisch krassen, versauten Humor.

Zuletzt hab ich mir dann noch ca 5 Minuten die eigentlich Messe angeguckt - danach hat sie schon zugemacht und bin dann zum letzten Panel des Tages gelatscht: Weeds. Auch ganz lustig und nett, immerhin 2 Schauspieler zu sehen, aber ich hätte mir etwas mehr erwartet.

Alles in allem ein super Tag und ich werd versuchen, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Ich hab aber sicher nur 10% der gesamten Sache mitbekommen, also glaub ich, nächstes mal müssen es mindestens 2 Tage sein.

Bilder gibts auch noch:

San Diego Comic Con

Samstag, 11. Juli 2009

We are sailing...

Zur halbjährigen Company Meeting, dem sich immer ein Event anschließt, hat meine Firma gestern einen Segel-Trip organisiert. Und zwar mit einer echt schicken und großen Segeljacht in Downtown San Diego. War echt ganz nett, mal wieder aufs Meer zu cruisen - nur die Kollegen haben dabei gestört ;).
Hier die Bilder:
Company Boat Trip

Dienstag, 23. Juni 2009

Das Fix-it-Ticket

Oder: wie man sich das Leben selbst schwer machen kann.

Ich weiss nicht, ob ichs schon erzählt hab, aber ich wurde ja vor einigen Wochen von der Polizei angehalten. Der nette Cop hat mir dann ein Fix-It-Ticket verpasst, weil meine Nummernschildleuchte kaputt war. Bei einem solchen Ticket muss man den Fehler beheben, dann einen Polizisten unterschreiben lassen, und das ganze zum Gericht schicken - das alles innerhalb von 7 Wochen. Ich dachte: ok, nur ein kleines Ärgernis und hab mir erst mal Zeit gelassen.

Nach ein paar Wochen war Tine dann in der Werkstatt und hat die Lampe reparieren lassen - dachte sie! Mein Test eine Woche später zeigte, dass sie doch nicht ging. Also Tine wieder hin und bemängelt. Der Reparateur aber sagte, es wird etwas dauern, worauf er einen Termin mit ihr letzten Freitag machte. Wir dachten: ok, das wird noch reichen, denn die Abgabe muss bis zum folgenden Mittwoch geschehen.

Wir haben uns dann also Freitag Abend zur Polizeistation aufgemacht, nur um zu lesen, dass die Polizei Freitags geschlossen ist (und auch am Wochenende). Na toll! Also Montag extra früh aufgestanden und hin zur Wache, nur um einen Zettel zu lesen, dass es nur an diesem Tag wegen Personalmangels geschlossen bleibt. Noch toller! Wir fingen schon an zu schwitzen: nur noch zwei Tage übrig.

Wir also heute morgen wieder extra früh aufgestanden und ab zur Wache, die diesmal zum Glück auch auf war! Die nette Dame da hat den Wisch dann gleich unterschrieben, ohne zu checken, ob wir den Fehler wirklich behoben haben *augenroll*. Nach der Arbeit wollten wir dann zum Court fahren und den Brief da einwerfen, damit er wirklich morgen da ist. Meine Kollegin gab mir den Tip, dass man es einfach dort in den Briefkasten schmeissen kann.

Wir fahren also zu unserem nähsten Gericht und was fanden wir? Türen zu und kein Briefkastenschlitz. Wir sind zwei mal ums Gebäude gelaufen und haben nichts gefunden, wo wir unsern Brief loswerden konnten. Naja, dann sind wir weiter nach Downtown gefahren, da es dort noch mal ein Gericht gibt - und die werden ja wohl einen Briefkasten haben. Und? Ratet mal? Natürlich hatten sie keinen. Ich hab einen Cop angequatscht und der sagte nur: tomorrow, 8 am.

Völlig kaputt zuhause angekommen haben wir uns das Schreiben dann noch mal genauer angeguckt. Und wie es aussieht, kann man sich das Mailen oder Einwerfen sparen und das ganze einfach per FAX einschicken. Oh mann! Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Also werd ich es morgen einfach von der Arbeit aus faxen und die Sache ist damit hoffentlich erledigt.

Was ein Ärger wegen einer blöden kleinen Lampe!

Sonntag, 21. Juni 2009

Einen Riesensprung über den Atlantik und einen Kontinent bis zum Pazifik! [Gastbeitrag]

Ilse, die ja diesen März zusammen mit meiner Mutter zu Besuch war, hat eine sehr nette Zusammenfassung ihrer Zeit in San Diego beschrieben. Die wollte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Achtung: der Text ist etwas lang ;). Danke, Ilse!

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Zwei passionierte und engagierte Großmütter aus Buxtehude, Oma Marianne und Omi Ilse zogen um die halbe Welt, um vom 28. Februar bis zum 23. März 2009 ihren dreiwöchigen Urlaub im sonnigen Kalifornien nahe der mexikanischen Grenze in der jungen Millionenstadt San Diego zu verbringen.

Marianne hatte große Sehnsucht nach ihrer Schwiegertochter Christine und ihrem jüngsten Sohn Sebastian. Beide arbeiten dort seit einem ¾ Jahr an der Universität und in der Computerbranche (und sie werden sicherlich noch ein weiteres Jahr in ihrer Wahlheimat bleiben). Es war für Marianne also Zeit, ihre Kinder endlich in die Arme schließen zu können. Natürlich hatte sie ein starkes Bedürfnis, beide möglichst zu verwöhnen und sie liebevoll mit deutschen Gerichten zu bekochen, denn beide hatten z. Zt. das amerikanische Essen total über. So kam ich dort natürlich auch in den Genuss von Königsberger Klopsen, Hähnchenschnitzeln mit Blumenkohl, Buletten und herrlichen Gemüsesuppen. Danke Marianne!!!

Mir dagegen schwirrten Ziele im Kopf herum wie der Highway No. 1 bzw. 101, San Francisco, Big Sur, die Cannery Row in Monterey, Death Valley, alte verfallene Goldgräberstädte wie die Ghost Town Bodie, Indianerreservate und allenfalls Las Vegas in Nevada. Ja, ich verstieg mich manchmal sogar in die Idee, einen Trip in den Grand Canyon National Park machen zu wollen.
Natürlich musste ich diese abenteuerlichen Pläne völlig beiseite schieben, da ich die riesigen Entfernungen und unsere tatsächlichen Kräfte überhaupt nicht in Betracht gezogen hatte. Aber, - man darf ja mal träumen!!!

So beschloss ich, mich ganz auf Südkalifornien, den Pazifik und das fast immer gleichbleibende sonnige und warme Wetter (es schwankt das ganze Jahr über von 15°-25° C) auf diesem wunderschönen Fleckchen Erde einzustellen. Ja, im Monat März lebten wir sicherlich im Grenzgebiet der „langen und kurzen Hosenzeit“, wie viele Kalifornier die beiden deutlich unterscheidbaren Jahreszeiten benennen.
Desweiteren wollte ich etwas von der Atmosphäre mitbekommen, wollte möglichst viel erfahren, wie Menschen dort leben, fühlen und denken.

Die Daheimgebliebenen wünschten uns alles Gute für die Reise, denn wir selbst empfanden diese kleine Weltreise doch auch irgendwie als eine Herausforderung.
Kommen wir mit der Automatik unseres Mietautos gut zurecht? Sind wir fit für die amerikanischen Verkehrsregeln? Kommen wir mit dem amerikanischen Straßenverkehr schnell genug klar? Können wir evtl. auftretende Probleme oder Gefahren mit unseren Sprachkenntnissen regeln, bzw. richtig einschätzen?

Ulrike, Johanna und Lenja brachten uns um 6.00 Uhr morgens zum Hamburger Flughafen. Die siebenjährige Johanna bat mich dringend darum, ihr später zu erzählen, was ich bei der Landung gefühlt habe.

Nach 16-stündigem Flug kamen wir endlich um 4.00 p. m. in San Diego an. Zu unserer großen Enttäuschung holten uns Freunde von Christine und Sebastian ab, denn Mariannes Kinder waren beide ernsthaft an Grippe erkrankt. Mit großem Einsatz und unglaublicher Geduld versuchten Steffi mit Mann Tim und Säugling vergeblich, an unseren Schlüssel der Ferienwohnung zu gelangen; kurz vor Mitternacht schlug ich schließlich völlig entnervt vor, in einem Motel zu übernachten. Das taten wir auch und nach 24 Stunden lagen wir dann endlich im Bett. Die „Schlüssel-Odyssee“ ging allerdings am nächsten Tag erst einmal weiter. Lillian, eine einheimische Nachbarin unserer Ferienwohnung, gab mir ihr Handy, damit ich uns telefonisch Hilfe holen konnte. Nachdem ich aber mit meinen Sprachkünsten keinen Erfolg hatte, denn die ältere Besitzerin unserer Unterkunft konnte meinen „englischen Akzent“ am Telefon nicht verstehen (und ich hatte das gleiche Problem mit ihrer kalifornischen Aussprache), führte Lillian das Handygespräch weiter. Nach langem Hin und Her hatte sie schließlich Erfolg. Lillian und ihre Mutter Monique hatten uns inzwischen mit Brot, Butter, Käse, Obst und Wasser versorgt und mittags brachte uns ein junges Mädchen tatsächlich den passenden Schlüssel.

Diese Offenheit und Hilfsbereitschaft der Kalifornier erlebten wir des öfteren. So kamen die Menschen leicht mit uns ins Gespräch und wenn sie merkten, dass wir aus Germany kamen, erzählten sie uns oft begeistert, dass sie in Heidelberg, Frankfurt oder auch in Luxemburg einmal stationiert gewesen seien oder, dass ihr „grandfather“ oder andere Vorfahren von Deutschland hierher ausgewandert sind. Aber deutsch sprechen konnte kaum jemand. Erst heute werden Fremdsprachen auch in Amerika häufiger gelehrt.

Ich fand später auch folgendes kleines Erlebnis für die Mentalität der Menschen dort bezeichnend: Neben uns, direkt vor Mariannes Schlafzimmer; feierte eine große Gruppe jugendlicher Surfer, na, jedenfalls Urlauber, regelmäßig mit beträchtlichem Alkoholkonsum sehr laut bis in die tiefe Nacht hinein (3°° a.m.) Bevor wir uns vornahmen, uns im Büro darüber zu beschweren, wollte ich zunächst versuchen, das Problem durch ein höfliches Gespräch mit den Jugendlichen selbst zu lösen. Sie gingen auch sehr nett auf meine Bitte ein. Ja, abends um 10 °° Uhr klopfte es an unserer Tür und sie fragten uns sogar, ob wir mit dieser Lautstärke zurecht kämen. Ich war durch ihre gut gemeinten Vorsätze ganz gerührt. Nur, ich hatte vergessen, dass viele Kalifornier genau an diesem Tag das irische Fest, den St. Patricks Day kräftig feiern indem sie sich mit grünen Bekleidungsstücken, Schals oder sonstigem Beiwerk grün ausstatten. (Sogar Barack Obama trug einen grünen Schlips, wie ich`s im Fernsehen feststellen konnte.) Jedenfalls unterschätzten die Jugendlichen unter dem enormen Alkoholkonsum ihre Lautstärke, und die arme Marianne konnte wiederum kaum schlafen. (Wir sahen am nächsten Tag einen riesigen Berg geleerter Bierflaschen!) Zum Glück reiste diese Gruppe dann ab, und wir konnten den noch verhältnismäßig geringen Urlaubsbetrieb in der Vorsaison weiterhin genießen.
Der Versuch, nachmittags Christine und Sebastian nur nach Beschreibung ohne Stadtplan aufzufinden, schlug fehl. (Später konnten wir es selbst nicht mehr begreifen, warum wir solche Probleme dabei hatten.) Ja, die Abkürzungen der Avenues (Ave), Boulevards (Blvd), Roads (Rd), Highways (Hghw) errieten wir bald; leider interpretierten wir die Abkürzung Dr spontan als Doctor und kamen erst zwei bis drei Tage später auf die Idee, dass Dr die Abkürzung für Drive war. Diese Tatsache hat zunächst bei uns immer für Verwirrung gesorgt, und wir haben uns deshalb des öfteren verfahren. Nach unserem „Aha-Erlebnis“ hat sich das Problem aber schnell gelöst. und wir kamen mit der kalifornischen Straßenführung und den veränderten Verkehrsregeln gut zurecht. Ja, wir fanden Vieles sogar übersichtlicher als in Old Germany. Gerade Straßennummern führen in die Nord- bzw. Südrichtung, die ungeraden Straßennummern stehen für die Ost-West-Richtung; dreistellige Straßennummern weisen auf eine Umgehungsstraße hin. Man brauchte sich bei der Orientierung also nur die jeweiligen Himmelsrichtungen einzuprägen.

In kleinen Schritten eroberten wir uns langsam zunächst die engere Umgebung unserer Ferienwohnung, dann die Stadt San Diego und schließlich auch das Umfeld der Millionenstadt. So schreibe ich einfach auf, was mir an Unternehmungen und Eindrücken nachhaltig gefallen hat.
• Zur Mission Bay, einer großen Meeresbucht mit Ferienbetrieb, wunderschönen Palmen, Segelschiffen, zwei nachgebauten Mississippischiffen als Ausflugsdampfer, benötigten wir nur drei Minuten Gehzeit. Wir bewunderten die Blütenpracht der kleinen Vorgärten. Die Blüten bekannter Pflanzen, so z. B. die der hier so häufig wachsenden Strelizien, fallen bedeutend größer aus als bei uns. Das Klima ist für den Pflanzenwuchs optimal. Die Gärten brauchen trotz des sonnigen warmen Wetters durch die Nähe des Meeres und der damit verbundenen Verdunstung kaum gegossen zu werden, denn der meist nächtlich aufkommende Nebel sorgt für die nötige Feuchtigkeit; so war beispielsweise unser Auto des öfteren morgens nass, obwohl es nicht geregnet hatte.

Unsere lieben Nachbarn, Lillian und Monique, nahmen uns einmal auf einem ihrer Hundespaziergänge mit und zeigten uns dort eine wunderschöne Hotelanlage mit Palmen, kleinem Wasserfall und einem Seehundsbecken, das verlassene oder zu Schaden gekommene Tiere beherbergte. So fühlte sich dort ein blinder Seehund sichtlich wohl, und ein kleineres Tier wurde dort weiter aufgepäppelt, um später wieder im Ozean ausgesetzt zu werden.

• In der Gegenrichtung unseres Quartiers war der Pazifik in etwa sechs Minuten erreichbar. Wir waren von ihm total begeistert. Ebbe und Flut sind zwar bemerkbar, wirken sich aber kaum auf die Freizeitbeschäftigungen wie Baden, Surfen oder Segeln aus.
Zur riesengroßen Enttäuschung von Marianne konnten wir leider nicht baden. Der kalte Pazifikstrom sorgt dafür (anders als an der Nordsee der warme Golfstrom), dass auch in dem so warmen, südlich gelegenen San Diego das Baden nur in der späteren Sommerzeit angeraten ist.
Vom Zusehen beim Surfen konnte ich nie genug bekommen. Diese, in Kalifornien entstandene sportliche Betätigung, bewunderten wir natürlich auch an anderen markanten Orten des Pazifikstrandes, u. a. bei La Jolla, wo wir ebenfalls eine interessante Seehundstation entdeckten, im Ocean Beach am Municipal Pier, am Chrystal Pier, wo die Brandungswellen noch höher schlugen als an „unserer Beach“. Wir schauten auch gerne ganz in unserer Nähe am Ozean an dem „Wave House“ vorbei, in dem Anfänger wie auch Könner an bzw. auf der künstlich erzeugten Brandungswelle trainieren konnten.
Natürlich erlebten wir an „unserer Beach“ auch einen wundervollen Sonnenuntergang. Leider schafften wir es aber nicht mehr, uns dieses Spektakel noch einmal am Sunset Cliff anzusehen.

• Am Wochenende gingen wir mit Christine und Sebastian zur Sea World, einem der interessantesten Themenparks Kaliforniens mit sehr vielen Meeresbewohnern wie Delfinen, Seelöwen, Walen, Haien, Pinguinen,..... Besonders bekannt sind die Vorführungen der dressierten Killerwale (Shamus), Delfine oder Seelöwen. Ich war schon irgendwie fasziniert von dem Zusammenspiel der Trainer und den Shamus. Es war eindrucksvoll zu beobachten, wie die Tiere auf den kleinsten Wink des Menschen reagierten. Trotz allem war ich im Zweifel, ob es für diese großen Orkas nicht doch eine Tortour ist, sich auf so engen Bahnen bewegen zu müssen.
Der Eintritt war sehr teuer, aber dafür konnte man das ganze Jahr über dort hingehen. So wiederholten Marianne und ich diesen Besuch. Wir kamen morgens fünf Minuten vor der Öffnung bereits dort an und waren dann sehr erstaunt, als plötzlich die amerikanische Nationalhymne ertönte, viele Menschen mitsangen und dabei die Hand aufs Herz legten. - Ja, diesen Ritus erlebten wir auch später im Balboa Park nach einem Orgelkonzert, das auf einer fast im Freien stehenden Orgel, der Spreckels Orgel (von einem vielfachen deutschen Millionär gespendet), geboten wurde. Wie immer nach dem Konzert spielte die Orgel die Nationalhymne, die Menschen standen auf, sangen teilweise mit und legten wiederum die Hand aufs Herz.
Sahen wir hier nicht auch die Amish-Leute mit ihren weißen Häubchen? (Sie hatten sich vor zwei oder dreihundert Jahren von den Mennoniten abgepalten, kamen meist aus dem süddeutschen und schweizerischen Raum und viele, vor allem die ältere Generation, schwören noch heute dem technischen Fortschritt ab, leben ohne elektrischem Strom, Autos oder auch Krankenversicherungen.)

• Die meisten Gebäude des Balboa Parks wurden erst 1915/16 zur Panama-Kalifornien Ausstellung anlässlich der Einweihung des Panamakanals erbaut. Wir nahmen uns keine Zeit um eines der vielen sehr guten Museen in diesem Park aufzusuchen, sondern genossen die wunderschöne botanische Anlage mit den vielen Gebäuden im spanisch-mexikanischen Baustil sowie das hübsche spanische Dörfchen.

• Ja, hier schmeckte uns auch zum ersten Mal so richtig das Mittagessen; der Preis war für unsere Verhältnisse vertretbar aber natürlich nicht ganz billig. Ansonsten gab es in vielen Restaurants nur Hamburger, Hamburger, Hamburger, Wraps, Chips, also wirklich das typische amerikanische Essen, von dem sich die meisten Menschen dort auch tatsächlich fast täglich ernähren. (So ist`s auch erklärlich, warum ein Jugendlicher später bei der Flugzeuglandung in Hamburg einen Lacher erntete als er sagte: „und jetzt einen Hamburger!!!“)Am besten war man bedient, wenn man „ausländische Restaurants“ mit mexikanischer, italienischer, japanischer ... Küche besuchte. Ja, einmal aßen wir mit Christine und Sebastian sogar in einem deutschen Restaurant. Als Dank für die vielen anstrengenden Bemühungen um unseren Haustürschlüssel hatten die beiden auch Steffi mit Mann und dem Baby dort zu einem wunderbaren „Dinner“ eingeladen.

Mittlerweile konnten wir verstehen, warum man dieser amerikanischen Küche so bald überdrüssig wurde. Das normale Brot schmeckte widerlich süß, ja, viele Speisen oder Getränke kamen uns sehr unangenehm versüßt vor. - Als ich bei einem Optiker meine Brille richten ließ, antwortete er mir spontan auf die Frage was es wohl koste: „A german sausage“, eine deutsche Wurst. Die hätte ich jetzt auch einmal so gern gegessen! In der riesengroßen Mall Ralphs hatten wir Mühe, immer das Richtige für Mariannes Speiseplan zu finden. Wir suchten zunächst lange nach dem passenden Aufschnitt und unserem Brot. Ja, Weintrauben und Wassermelonen, die schmeckten uns mit ihrem wunderbaren Aroma immer, weil sie in diesem Klima so gut gedeihen.

• Gleich am Balboa Park befindet sich der Zoo, dessen Anfänge ebenfalls auf die Panama-Pazifik Ausstellung zurück gehen. Mir gefiel besonders die Zoolandschaft mit der üppigen Vegetation, den Canyons, den Wasserfällen, dem Regenwald, wo man die Tiere fast in ihrer herkömmlichen Umgebung bestaunen konnte. So konnte man beispielsweise das Nilpferd unter Wasser schwimmend beobachten.

• Interessant fand ich auch den kurzen Trip nach Point Loma, dessen Halbinsel sich zwischen der San Diego Bay und dem Pazifischen Ozean erstreckt. Vordem fuhren wir noch an einem der größten Navyfriedhöfe des Landes vorbei, dem Rosecrans National Cemetery, der in der schönen Landschaft eingebettet ist. Im spanischen Auftrag landete 1542 als erster Europäer der Portugiese Juan Rodriguez Cabrillo mit seiner Mannschaft in Kalifornien am Point Loma. Von seinem Denkmal aus hatten wir einen wunderschönen Blick auf die Skyline San Diegos. Vor uns lag die -->

Halbinsel Coronado, die wir einige Tage zuvor über die schöne Coronado-Bridge fahrend besichtigt hatten. Wir schipperten von dort aus noch schnell mit einem kleinen Linienschiff in den Hafen von San Diego, kehrten dann aber gleich wieder zurück, um uns das berühmte Coronado Hotel am Pazifik anzuschauen. Viele US-Präsidenten, Charles Lindbergh, sowie viele Filmgrößen waren hier Gäste gewesen. Zahlreiche Filme sind hier gedreht worden, u. a. „Manche mögen´s heiß“ mit Marilyn Monroe, Jack Lemmon und Tony Curtis.

• Natürlich besuchten wir auch die Innenstadt, Downtown. Wie sich das dann so gehört, schauten wir uns das Einkaufszentrum Horton Plaza an. Es war baulich und farbig interessant gestaltet, aber wir hatten eigentlich nicht allzuviel Lust, uns dort lange aufzuhalten. Ebenso erging es uns im anschließenden Gaslamp Quarter, einem ehemaligen berüchtigten Viertel voller Spelunken, Spielhöllen und Bordellen. Jetzt sind es aber schöne, renovierte Straßenzügel mit im viktorianischen Baustil errichteten Hotels, guten Geschäften und Restaurants; die Straßen sind mit Gaslampen ausgestattet und von der Polizei gut überwacht.

• Ich wollte noch unbedingt Old Town besichtigen. Bis in die 1870er Jahre lag hier das Zentrum von San Diego. Mich interessierten hier besonders die Adobe-Häuser. (Lehmziegelhäuser, wobei die Lehmziegel nur luftgetrocknet sind; daher gibt es diese Häuser nur in Gegenden mit sehr geringem Niederschlag.) Der kleine Stadtteil schien in der Zeit von vor 135 Jahren konserviert worden zu sein. Leider ging mir der Verkaufsrummel zu sehr auf den Keks!

• Christine, Sebastian und auch unsere lieben Nachbarn Lillian und Monique beschwörten uns immer wieder, einmal an einer Wale-Watching–Tour teilzunehmen. Auch im Februar und März ziehen immer noch die Grauwale von Mexiko 10 000 km weit zurück in dem Norden, nachdem ihr Nachwuchs während der Wintermonate in den südlichen Gewässern geboren wurde. - Marianne hatte Bedenken ihr könne es auf dem Schiff schwindelig werden; aber nachdem wir uns vergewissert hatten, dass das Schiff verhältnismäßig groß war, ließen wir uns auf das kleine Abenteuer ein, zumal wir noch ein zweites Mal hätten fahren können, wenn wir keinen Wal zu sehen bekommen hätten. Zudem gab uns Lillian noch einen Bon, mit dem wir zu zweit auf einer Karte fahren konnten. In der Tat, wir genossen die vierstündige Seefahrt auf dem Pazifischen Ozean, sahen Seelöwen, wahrscheinlich auch Delfine und ganz bestimmt mehrere Grauwal-Flossen, - Schwänze und Atemfontainen dieser imposanten Meeressäuger. Um die Wale schneller entdecken zu können, spürte ein Hubschrauber die Wale auf, und der Pilot stellte zu dem Kapitän des „Wale-Watching-Ships“ einen Funkkontakt her.

• Nach diesem Trip gönnten wir uns in Sea Port Village auf dem Fish Market (in der Nähe des Hafens) ein gutes Fischgericht. Dabei hatten wir eine schöne Aussicht auf den Hafen und auf einen riesigen Museums-Flugzeugträger. (San Diego ist seit 1941, nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor, heute noch ein Hauptmarinestützpunkt der USA)

• Mit der Zeit stieg bei uns das Verlangen, mehr von dem Hinterland San Diegos sehen zu wollen. Wir folgten Christines und Sebastians Vorschlag nach Julian zu fahren. Hier wurde 1870 Gold gefunden, und die renovierten Holzhäuser erinnern noch an die damalige Zeit. Heute ist Julian eine ländliche Idylle, umgeben von Ranches, Pferdekoppeln und Apfelplantagen. Das Dörfchen liegt 1 287m hoch und ist weithin bekannt durch seinen berühmten Apfelkuchen, den wir natürlich auch probieren mussten.
Schon auf der Hinfahrt war ich von der uns fremden kahlen steilen Berglandschaft, die mit großen abgerundeten Felsbrocken geradezu übersät war, sehr beeindruckt, und so lockte uns der Vorschlag einer Wirtin, die uns in Julian bedient hatte, doch gleich weiter in die
Wüste zu fahren, zumal sie wegen geringen Niederschlages zu blühen begann. (Diese blühende Wüste kann man nur in den Monaten März und April erleben.) Es war nicht mehr weit zur Anza-Borrego-Desert. Diese Wüste gilt als eine der größten und schönsten Wüstenlandschaften des Staates Kalifornien, da sie mit ihren steinigen Ebenen, engen Canyons, Wäldern und Seen, Quellen und mit Palmen bewachsenen Oasen sehr abwechslungsreich ist. Leider war uns die Zeit knapp geworden, und wir sahen während der Autofahrt nach Borrego Springs nur einen winzigen Abschnitt der Desert. Wir konnten schon kleine blühende Wüstenblumen, auch große und kleine Kakteen entdecken und wunderten uns über die Felslandschaften mit engen Canyons und tollen Aussichten. Marianne vermisste die von ihr erträumte Sandwüste und war deshalb zunächst erst einmal von der Anza-Borrego-Desert sehr enttäuscht.
Die schönsten Wüstenlandschaften kann man dort aber ohnehin nur zu Fuß erreichen. – In der Zeit von Oktober bis März steigt hier die Temperatur kaum über 30°C. In den übrigen Monaten herrscht in der Steinwüste oft mehr als 38°C Hitze und der Aufenthalt ist in dieser Zeit sehr anstrengend. Zum Glück stehen am Straßenrand häufig Notrufsäulen.

• Am letzten gemeinsamen Wochenende mit Christine und Sebastian fuhren wir am Samstag nach Carlsbad, einem Städtchen zwischen Los Angeles und San Diego am Pazifik liegend. Carlsbad ist tatsächlich nach der tschechischen Stadt Bad Karlsbad benannt worden, weil die Beschaffenheit beider Wasserquellen nahezu identisch sind.
Hier ist die kleine Stadt durch ihre schönen Blumenfelder bekannt geworden, und außerdem (das ist nicht unwichtig für Deutsch-Kalifonier) gibt es hier einen Laden mit echt deutschen Lebensmitteln, die allerdings nicht billig sind.

• Am Sonntag wollte ich so gerne dem Vorschlag von Lillian und Monique folgen und nach Descanso (einem alten Western-Ort ähnlich, aber ohne Touristenrummel) und zu einem Indianerreservat fahren. Sebastian und Christine taten uns den Gefallen.
Ich selbst war auch von der Gegend und dem kleinen Ort Descanso ganz angetan; wir fuhren aber gleich weiter, da die anderen wenig Interesse daran zeigten. Dafür verließen wir aber bald die Interstate 8, um uns in einem kleinen Indianerreservat umzuschauen. Indianer entdeckten wir dabei wohl kaum; aber für die Reservate ganz typisch, gab es dort wie in Las Vegas riesige Spielhöllen; die sind für die Indianer eine gute Verdienstquelle.
Da inzwischen in Amerika die Bevölkerungszahl der Indianer stark zugenommen hat, kommt die indianische Kultur besser ins Bewusstsein der Menschen und gewinnt wieder mehr an Bedeutung, so las ich das wenigstens in „meinen schlauen Büchern“.

• Von der einheimischen Tierwelt habe ich noch nicht sehr viel erzählt. Natürlich haben wir auf der Fahrt nach Julian und in die Anza Borrego Desert keine Pumas, Kojoten (=Steppen- oder Präriewölfe) oder gar Wüstenfüchse gesehen, obwohl dort in den Bergen welche leben könnten. Wir sind auch Gott sei Dank keiner Schwarzen Witwe, gefährlichen Schlangen oder anderen ungewöhnlichen schreckerregenden Reptilien begegnet. Die grauen amerikanischen Eichhörnchen, die „squirrels“, sind uns desöfteren über den Weg gelaufen. Viele Pelikane konnten wir beobachten. Trotz eifriger Bemühungen habe ich aber leider keine Kolibris gesehen, die dort gar nicht einmal so selten herumfliegen sollen.

• Nicht zuletzt habe ich mich über die wenigen, für mich aber wichtigen, kurzen Gespräche mit Christine und Sebastian gefreut. Kalifornien ist nun einmal wegen seiner Computerbranche und seiner Forschung am Genom bekannt. Gerade die Universität von San Diego ist bei der Genforschung weltweit führend. Im Gegensatz zu Deutschland darf man hier auch weiterhin an embryonalen Stammzellen forschen. Christine versucht an ihrem Institut aus Hautzellen Stammzellen zu gewinnen, damit sie später ggf. für medizinische Zwecke eingesetzt werden können.

• Durch die Gespräche mit den beiden bekamen wir in etwa mit, wie hart in den USA der Konkurrenzkampf ist. Es gibt keinen Kündigungsschutz, man darf nur an vier Tagen im Jahr wegen Krankheit fehlen. Der Schwangerschaftsurlaub vor und nach der Geburt beträgt insgesamt nur sechs Wochen. Sebastian hat es kürzlich selbst erlebt, dass zwei Mitarbeitern plötzlich gekündigt wurde. Er meinte weiterhin, dass der einzelne Mensch sich in etwa so wie die ganze Nation verhält; es gilt die Devise: „Ich bin stärker!“ – „Ich bin besser!“ – „Ich kann es besser als du!“ - Man darf sich keine Blößen geben! „Yes, we can!“ Das kann leicht in Psychoterror ausarten.

Ja und überhaupt Marianne! Neben ihren schon so hochgelobten Kochkünsten möchte ich es nicht versäumen, mich für ihren guten und sicheren Fahrstil zu bedanken. Sie fuhr stets souverän, wenngleich ich sie auch manchmal im letzten Augenblick ein wenig hektisch auf eine andere Fahrspur der Interstate oder auf eine versäumte Abfahrt oder... hinwies.
Vor der Reise hatte sie sich so vor dem Autofahren mit dem Automatikgetriebe gefürchtet. - Zu meiner großen Überraschung und Schadenfreude, würgte sie, in Hamburg wieder angekommen, bei der Übernahme und beim Anlassen ihres eigenen Autos zwei mal hintereinander den Motor ab. Hatte sie sich mittlerweile doch so an die Automatik gewöhnt, dass sie vergessen hatte, die Kupplung zu treten.

Ja, Marianne! In neuen Situationen hatte sie oft einen ganz schnellen Überblick und wusste sofort was zu tun ist. Ja, und irgendwie konnten wir unseren Urlaub mit unseren doch auch unterschiedlichen Ambitionen gut zusammen gestalten, wenngleich wir wegen der „Jackenfrage“ immer wieder einmal kleine Dispute hatten. (Am Pazifik fröstelte ich leicht, währenddessen wollte Marianne durch ihre leichte Kleidung unbedingt den Sommer herbeibeschwören!)

Danke Marianne, es war schön! Dieser Urlaub verhalf mir auch sehr viel weiter bei meiner Bewältigung der letzten beiden schweren Jahren, da ich durch völlig andere Erlebnisse, Eindrücke und Gedanken mehr Abstand zu dem Vergangenen gewinnen konnte.

Muss ich noch erzählen, dass ich in Christines und Sebastians Wohnung „glasschüsseltragend“ die Treppe hinuntergefallen bin? Der Sturz war ziemlich heftig, zumal dabei die Schüsseln zersprangen, ich neben kleinen Schnittwunden am Kopf stark blutete und der Lärm zudem beträchtlich war. Ich hatte dennoch Glück, denn meine Kopfverletzung war nicht weiter schlimm; mir machte nur eine heftige Rippenprellung, ein großer Bluterguss an meiner Brust und um mein linkes Knie herum zu schaffen.

Vier Tage vor unserem Rückflug nahm ich wegen der Thrombosegefahr Aspirin ein. Dies war durchaus sinnvoll, erwies sich aber später im Hinblick auf meine großen Blutergüsse durchaus als kontraproduktiv. Die Schmerzen wurden schlimmer, da das verdünnte Blut sich weiter verbreitete und ich zudem zu Hause auf die aufgetragene „Blutergusscreme“ heftig allergisch reagierte. Bei den Schmerzen dachte ich oft an den Rat meines deutschen Arztes, ich solle mir auf keinen Fall durch mein Befinden die interessanten und schönen Erlebnisse in dem Traumland Kalifornien verderben lassen, meine Probleme seien „nur kosmetischer und schmerzhafter Natur.“ Gott sei Dank entspräche dies auch nicht meiner Art!

Ach, ich vergaß noch zu sagen, in der Nacht vor unserem Abflug legte Lillian uns einen Zettel vor die Tür, darauf stand:
We are not sure if we would see you before you left. It was a pleasure to meet you both and to have you as neighbors!
If you come back to San Diego, be sure to let us know.
Here are our emails if you want to keep in touch:
[…]

Der Riesensprung über den Atlantik und den Kontinent Amerika ist kleiner geworden!
Christine und Sebastian träumen sicherlich noch von Gemüsesuppen und Königsberger Klopsen. Marianne träumt wahrscheinlich weiterhin von einem Bad im Pazifik und ich, ich träume von einem Sonnenuntergang am Sunset Cliff.

Andreas holte uns am 24. März früh morgens am Hamburger Flughafen ab, fuhr mit uns weiter nach Finkenwerder zu seiner Arbeitsstelle und Marianne übernahm dort ihr eigenes Auto und brachte uns sicher nach Buxtehude.

Lina hatte für die Abwesenheit von Oma eine Strichliste geführt und war selig, den letzten Tag wegstreichen zu können. Sie konnte es kaum erwarten bis sie nun endlich ihre geliebte Oma wieder umarmen konnte. Lars freute sich sicherlich auch, verhielt sich aber beim Wiedersehen bestimmt etwas cooler, denke ich.
Auch meine Enkelkinder Hanno, Charlotte, Lenja und Johanna rannten mir mit leuchtenden Augen entgegen.
Und sicherlich freuten sich auch Carmen, Andreas sowie Ulrike und Martin, dass beide Mütter, bzw. Großmütter ihre Dienste bei den Enkelkindern wieder aufnehmen konnten; ach, und überhaupt!!!....Wir waren in Buxtehude, nunmehr unserer neuen Heimat, angekommen!!!

Montag, 15. Juni 2009

San Diego County Fair

Es gibt hier einmal im Jahr eine sogenannte County Fair, die wir uns natürlich mal angucken mussten. Also ging es am Sonntag zu den Del Mar Fairgrounds, wo auch die Pferderennen stattfinden. Das Ganze hat uns 10$ Parkgebühren und 13$ Eintritt pro Person gekostet + 0.5 Liter Wasser, da ich meine mitgebrachte Trinkflasche auskippen musste (leider nur geschlossene, gekaufte Flüssigkeitsbehälter erlaubt).

Nach relativ kurzer Zeit auf der Fair waren wir enttäuscht - es war eigentlich nichts anderes als eine (nicht mal besonders große) Kirmes, wie man sie in Deutschland umsonst besuchen darf. Es gab extrem ungesundes Essen zu horrenden Preisen und ne Menge waghalsiger Fahrgeschäfte. Der einzige Unterschied waren vielleicht die Hallen mit Nutztieren, die man begaffen konnte.

San Diego County Fair

Der Kiddie Rave

Tja, da wollte ich Freitag abend mal wieder schön auf Drum & Bass tanzen gehn und dann lande ich ohne Vorwarnung auf einem Kiddie Rave - oh Mann! Ich hätte die Warnzeichen eigentlich sehen sollen: 1. War trotz Drum & Bass Acts der Hauptact aus der Kategorie Nu-Rave, 2. Hieß es auf dem Post "All ages" und 3. Haben gerade die Sommerferien begonnen. So begab es sich dann, dass ca. 90% der Menschenmasse sicher unter 18 waren und einer peinlicher als der andere aussah. Zum Beispiel gab es die typischen Hipster, mit Emo-Haarschnitt und Holzfällerhemd. Dann gab es die Super-Raver, die mit pinken Fellstiefeln oder Schnullerkette (ehrlich!) ausgerüstet waren. Und zu guter letzt die extrem auf sexy gestylten 14 Jährigen Mädels mit Hot Pants und Fischnetzstrumpfhosen. Ich hab mich wirklich in die 90er zurückgesetzt gefühlt - da ist es dann wohl, das Revival.

Was ich auch nicht wusste ist, dass "All ages" bedeutet, dass überhaupt kein Alkohol verkauft wird. Nirgendwo im ganzen Laden! Stattdessen durfte ich mich an Vitamin Water berauschen... Ich vermute aber, dass das ein oder andere Kind sich ein paar Pillen eingeschmissen hatte und zwar aufgrund folgender Beobachtung: Ein Junge führte ein Mädchen an der Hand zu einer Wand und ließ sie da platznehmen. Dann steckte er sich kleine Gummipfropfen mit Leuchtdioden auf die Fingerspitzen und fuchtelte kniend mit den E.T.-Fingern endlos direkt vor ihrem Gesicht rum. Die junge Dame hatte einen Ausdruck aller höchster Freude aufgelegt und schien komplett neben der Kapp. Also bitte, das macht man doch nicht auf Brausetabletten!

Naja, wenigstens war die Musik gut, und ich konnte mit den 10 anderen Erwachsenen auf der Seitenlinie mitwippen...

Montag, 8. Juni 2009

Wieder mal Autoprobleme

Ich kauf nie wieder einen Ford! Besonders keinen für 2300 Dollar! Oh Mann..

Also es war so: auf dem Rückweg vom grand Canyon gings ca 4 Stunden durch die kalifornische Wüste und ich dachte die ganze Zeit: "Bitte halt durch, Auto". Es hat auch zum Glück durchgehalten, aber später, ca. 1 Stunde vor Ziel, in Sun City, hat es sich dann gemeldet: die Motor-Check-Lampe ging an! Wir sind dann gleich raus und zu ner Werkstatt gefahren. Die nette Dame dort tippte allerdings darauf, dass unsere Tankkappe nur nicht richtig festgeschraubt war. Die war auch tatsächlich nicht komplett fest. Also dachten wir wir können weiterfahren. Leider ist es aber trotzdem weiter angeblieben und den Rest des Heimwegs haben wir nur weiter gehofft, dass nicht plötzlich ein klonkendes Geräusch aus der Motohaube kommt.

Zuhause angekommen konnten wir den Wagen dann erst mal wieder beim Mechaniker unseres Vertrauens lassen. 300$ später lief er etwas besser, aber die Lampe war immer noch an. Am nächsten Tag wieder 300 dagelassen und Lampe endlich aus.

Letzten Sonntag sind wir zum Strand gefahren und plötzlich kam ein verdammtes KLONKENDES GERÄUSCH von hinten. Naja erst mal weiter zum Strand und einen netten Spaziergang im traumhaften Wetter am genialen Strand genossen (naja bis auf den Fakt, dass sich ein Muschelstück schmerzhaft in meinem kleinen Zeh eingebohrt hatte). Auf dem Rückweg war das Klonken da, und schlimmer! Ich bin dann gleich rechts ran und hab unter das Auto geguckt, dann durch den Reifen, dann wieder runter - nix!

Beim dritten Zwischenstopp auf der 500 Meter Strecke nach Hause hatten wir dann Glück: ein netter Amerikaner hat uns gesehen bzw. gehört und ist gleich rübergekommen und hat mitgeschaut. Er lief dann kurz in seine Wohnung rein und kam mit nem professionellen Wagenheber zurück :). Nach etwas Rumschrauben ergab sich, dass das Kugellager hinten links fetz is und er nix machen kann. Er ist uns dann zur Werkstatt gefolgt und hat uns heimgefahren. Echt nett, oder? Wir haben ihn dann gleich mal zu unserer kleinen Grillparty kommenden Samstag eingeladen und werden ihm ein feinen Steak auf den Grill legen.

Naja, heute ist Christine dann dank Steffi trotzdem zur Arbeit gekommen (DANKE!) und ich durfte heut abend wieder 180 Grüne auf den Tisch legen. Mannomann, hätten wir uns am Anfang ein teureres Auto gekauft, hätten wir ne Menge Geld gespart :|. Mal sehen, was wir jetzt machen - so super flüssig sind wir nämlich auch nicht momentan... Wenn uns jemand nen Mercedes-Benz schenken will, wird der gerne angenommen.

Montag, 25. Mai 2009

Noch mal Grand Canyon

Heute sind wir mal noch früher aufgestanden (aus Angst vor Nachmittags-Gewittern) und fuhren mit dem Auto zum Canyon. Die Stelle an der wir gestern waren haben wir dann gleich links liegen gelassen und sind zu den einzelnen Ausblicken im Ostteil gefahren. Waren wirklich ganz nette und abwechslungsreiche Aussichten dabei. Am Ende hatten wir uns dann allerding schon sattgesehen und -photographiert und sind um die Mittagszeit herausgefahren, anstatt noch mal umzukehren und den Westteil abzuchecken.

Zurück ging es über einen anderen Highway nach Flagstaff, der durch eine sehr coole, weitläufige Wüstenlandschaft ging. In Flagstaff selbst wollten wir dann noch in der Mall shoppen gehn, aber haben wirklich garnix gefunden, außer Mitleid für die Leute, die da leben. Ich bin echt froh, dass wir in einer relativ coolen Stadt wie San Diego zuhause sind - Flagstaff ist sicher ein Indikator für die Midwest-Kleinstadt-Hölle.

Tja, und jetzt hängen wir auf dem Zimmer ab und haben keine Lust mehr, was zu unternehmen (gibt ja auch nicht viel zu tun hier) - aber das muss ja auch mal sein. Und morgen geht es ja schon wieder zurück nach "Hause".

Hier die Bilder von heut:
Grand Canyon 2

Sonntag, 24. Mai 2009

Das grandiose Loch

Tja, also heute waren wir dann tatsächlich am sagenumwobenen Natur-Weltwunder Nummer 1, dem Grand Canyon. Wir sprangen relativ früh aus den Federn, um in der Stadt noch frühstücken zu können. Das geschah im urigen Smokeys auf der Route 66, eine der beiden Straßen von unserem Ort Williams. Da gab es für mich ein Omlett mit Hash Browns und Toast, das ich fast nicht geschafft hätte und für Tine u.a. einen Pancake in Pizzagröße, den sie wirklich nicht geschafft hat. Danach gings zur Grand Canyon Railway, wo erst einmal eine peinliche Wildwestshow abgezogen wurde. Dann aber ab in den Zug. War ganz in Ordnung die Fahrt, mit viel Unterhaltung, aber nix, was uns von der Sitzbank gerissen hätte. Der Zug trödelte außerdem mit 40 mph daher, so dass er über zwei Stunden brauchte. Naja, besser als immer selbst zu fahren :).

Im Grand Canyon Village angekommen, mussten wir nur 47 Stufen hochlaufen und schon hatten wir den besten Ausblick. Am Anfang war es wirklich seltsam unwirklich. Der Canyon sah aus wie gemalt und man konnte sich die Größe überhaupt nicht vorstellen. Insofern fand ich's schon beeindruckend. Nach ein paar mal hinsehen war es dann aber doch nur ein sehr großes Loch - typisch wir...staubtrockene Realisten, die sich von nichts hinterm Ofen hervorlocken lassen. Außerdem erinnert uns das ganze doch ziemlich an den Waimea Canyon auf Kauai, der aber natürlich kleiner war. Das Wetter war dann auch die erste halbe Stunde sehr schön, aber leider kamen dann die Gewitterwolken rangekrochen. Den Rest unserer Zeit dort hat es dann mal mehr, mal weniger geregnet. :(

Wir waren allerdings auch sehr schnell kaputt (wahrscheinlich von der Höhe) und haben uns lieber auf die Veranda des Visitor Center gepflanzt und konnten nebenbei noch nen Vortrag über die Geologie mithören (wobei die Stimme der vortragenden Rangerin doch sehr nah am Kreischen residierte). Kurz darauf ging es wieder in die Bahn und auf den Heimweg - kurz unterbrochen, um ein paar Gangster an Bord zu lassen. Die streiften dann durch den Wagen und raubte die Passagiere aus *augenroll*.

Morgen soll es wieder morgens schön werden und später Gewittern, was übrigens unüblich für diese Zeit ist - wir haben wie immer Glück mit dem Wetter! Deshalb werden wir wohl am Vormittag noch mal mit dem Auto zum Canyon fahren und dann später mal Flagstaff anschauen und evtl. Shoppen gehn.

Hier noch die Fotos vom Tag:
Grand Canyon

Samstag, 23. Mai 2009

Road Trip!

Ok, also heute sind wir dann los zum Grand Canyon. Wir sind das ganze locker angegangen und um 11 erst losgefahren. Dann ging es erst mal von San Diego nach Osten, durch kahle, steinige (aber nich besonders hohe) Berge. Danach ging es runter in die Ebene, die uns zuerst mit schönen Sanddünen (endlich mal ne richtige Wüste) begrüßt hat. Darauf folgte eine ewige Geradeausfahrt durch die Steinwüste *gähn* - es gab zwar einige ganz nette Bergketten anzuschaun, aber sonst war alles flach und trocken. Außerdem war es extrem heiss, fast 40°C, was unserer Klimaanlage ganz schön zu schaffen machte.

Interessanter wurde die Landschaft dann erst wieder nach Phoenix, Arizona, wo der Anstieg begann und überall die typischen Kakteen die Straßen säumten. Dann ging es weiter aufwärts, erst auf 1000 m dann 2000 - der Himmel wurde immer grauer und dann richtig dunkel und wir befanden uns mitten in einem ausgewachsenen Gewitter. Sowas hab ich schon mindestens ein Jahr nicht mehr gesehn. In San Diego regnets ja fast nicht. Wir quälten uns weiter aufwärts und plötzlich sagte ein Leuchtschild am Straßenrand: Achtung Eisglätte! Haha, dachten wir, guter Witz - waren es nicht eben noch 40°? Als wir dann weiter oben tatsächlich Schnee neben der Fahrbahn gesehen haben, sind wir aber dann doch lieber vom Gas gegangen.

Es ging dann noch weiter auf 3000 m und komischerweise gab es da keinen Schnee mehr. Dafür eine schön Grüne Waldlandschaft, die uns wieder mal Deutschland vermissen ließ. Mit dem Einbruch der Dunkelheit und nach 9 Stunden Autofahrt kamen wir dann endlich in Williams an und konnten unser (billiges, schäbiges) Motel beziehen. Ja es ist schäbig... riecht nach altem Rauch und ich hör die oberen Nachbarn laut im Zimmer rumlaufen *knirsch**knirsch*. Nebenan streiten sich gerade ein paar Kinder und im anderen Raum läuft der TV. Zum Glück bin ich müde genug.

Vorhin waren wir dann noch schnell Essen und haben leider vorher nicht das Internet nach Empfehlungen gecheckt. So landeten wir dann in Lisa's Familienrestaurant (das im Internet 1,5 von 5 Empfehlungssternen hat). Der Laden sollte griechisch und italienisch kochen und hat uns gleich mit einem leicht müffelndem Geruch, Interieur (un Plakaten) aus den 70ern und steinaltem Personal empfangen. Das Essen war grausam: ich hatte ein Truthahn Sandwich - das waren zwei Weißbrotscheiben, 2 fertig-Formfleisch Truthanscheiben, Fertig-Püree und das alles begraben unter einer dicken Kelle Fertig-braune-Soße. Ich konnte es beim besten Willen nicht aufessen. Tine hatte Spaghetti nach Art des Hauses, komplett verkocht und mit sehr seltsamen Gewürzen - natürlich auch bei weitem nicht fertig gegessen. Die sehen uns nie wieder! Hoffentlich bekommen wir in der Nacht keine Kotzattacken oder ähnliches.

Morgen geht's dann mit der Bahn zum Canyon. Hoffentlich hält sich das Wetter - es gibt eine 30% Chance auf Gewitter :(.

Freitag, 22. Mai 2009

Yes, we can(yon)

Nächten Montag ist Memorial Day, also frei. Deshalb haben wir uns kurzentschlossen noch einen Urlaubstag am Dienstag geholt und fahren an den Grand Canyon! Yeah!
Morgen früh geht es los, 8 Stunden Autofahrt nach Williams, Arizona. Dann nehmen wir Sonntag früh einen altmodischen Bummelzug zum Canyon. Wird bestimmt cool, und ich denke es ergeben sich so einige Photomöglichkeiten. Wünscht uns viel Spaß und gutes Wetter!

Dienstag, 19. Mai 2009

Noch mehr Kolibris

Wir stehen ja total auf Kolibris - hab ich vielleicht schon erwähnt. Heute haben wir einen direkt bei unserem Balkon entdeckt, der da auf einem Ast wohl seinen Stammplatz hat. Also konnte ich ein paar gute Schüsse direkt vom Balkon machen :). Wir sind dann auch noch mal kurz zu dem Kolibri Nest in der Nähe gelaufen - vielleicht können wir da bald ja Jungtiere sehen...

Mehr Kolibris

Sonntag, 17. Mai 2009

Karaoke und zwei Spaziergänge

Gestern Abend haben wir uns hier zum ersten mal in eine Karaoke Bar gewagt. Dabei waren Monika und Steffen, die ich vom Whale watching Trip kannte und noch zwei Freunde von ihnen. Um's kurz zu machen: war ein sehr witziger Abend, Monika und ich haben jeweils 2 Songs gesungen. Sie Be my Baby von den Ronettes und 99 Luftballons - leider nur englische Version, was sie kalt erwischt hat, und ich Minnie the Moocher und Just a Gigolo. Etwas nervig war, dass der KJ mich beim zweiten Song übersprungen hat und mich erst aufgerufen hat, als ich ihn mit $5 Trinkgeld geschmiert hab - typisch Kapitalismus. Das Publikum war eigentlich sehr gut gemischt und hat perfekt mitgemacht, gejubelt und getanzt - super Stimmung! Also mal ein typisch amerikanischer Samstagabend :).

Ansonsten waren Tine und ich gestern noch mal in unserer Gegend spazieren und heute zusammen mit Steffi und Tim und Mathilda im Mission Trails Park geocachen:

Carmel Valley 2 und Mission Trails


Achja und heute haben wir uns selbst was leckeres gekocht: Schweinelendchen mit Kartoffeln, Blumenkohl, brauner und weisser Sauce. Schön deutsch :).

Achja und vorhin hat ganz kurz die Erde gebebt. Richterskala 5 in L.A. Ist schon leicht scary. War aber wirklich nur 1 Sekunde...

Donnerstag, 7. Mai 2009

Kleiner Spaziergang um den Block

Wir sind heute abend mal ein bissel in unserer direkten Umgebung (im Carmel Valley) spazieren gegangen. Die Kamera war natürlich dabei:

carmel valley 1

Sonntag, 3. Mai 2009

Kleiner Ausflug zum schwarzen Berg

Wir waren heute auf einem Spaziergang am ca 15 Minuten entfernten Black Mountain. Interessante Gegend, mit ein paar Hügeln und planmäßig angelegten Orten. Viele hübsche Blumen, Insekten und Vögel und so weiter...bla bla.. hier die Bilder:

Black Mountain

Donnerstag, 30. April 2009

Blockbuster = blöd!

Ich hab ja schon erzählt, dass wir hier öfters Videos im Automaten ausleihen, die dann $1 am Tag kosten. Außerdem haben wir noch einen Vertrag mit Netflix, der uns 9$ im Monat kostet und mit dem man DVDs per Post ausleiht (und auch welche online ansehen kann). Leider reicht uns das noch immer nicht und wir wollten mal bei der lokalen Zweigstelle der Videothekenkette Blockbuster vorbeischauen.

Der erste große Unterschied zu deutschen Videotheken ist, dass man keine kleinen Schildchen mitnimmt, sondern die Originalhülle. Da fragt man sich gleich, ob man hier nur ausleiht, oder gleich kauft. Wenn man alles gefunden hat, darf man sich in eine Schlange einreihen, die (wie im Techniksupermarkt) versucht, einem alle möglichen Süßigkeiten aufzuschwatzen. Vorne angekommen musste ich erst mal ein großes Formular ausfüllen, bei dem unter anderem die VISA Infos abgefragt wurden. Danach zum Bezahlen musste man dann aber doch wieder die Kreditkarte durchziehen.

Dann kam allerdings der Schock: $10 für zwei Videos? Die Antwort: es wird nur Wochenweise verliehen. Sorry, aber das kann ich echt nich nachvollziehen - wer will denn DVDs eine Woche lang behalten? Ein Wochenende ist ja in Ordnung, aber länger muss es nun wirklich nicht sein.
Das einzig gute an dem Laden ist der Einwurfschlitz, durch den man die geguckten Videos zu jeder Tageszeit entsorgen kann.

Dienstag, 28. April 2009

Mittendrin und trotzdem nur dabei

Momentan geht ja die große Angst vor der Schweinegrippe um. Hier in San Diego gibt es auch schon mehrere gemeldete Fälle. Wie so oft kriege ich selbst aber nichts von alldem mit. Auf der Arbeit ist Business as usual und auch sonst sehe ich keine Leute mit Atemmasken rumlaufen. OK, ich werde jetzt sicher kein Schweinemettbrötchen essen und auch von mexikanischen Restaurants halte ich mich lieber fern, aber ansonsten fühle ich mich kein bisschen unsicher.

Donnerstag, 16. April 2009

Hi my name is...

Sebastian ist in den USA ein furchtbar unpraktischer Name. Etwa 50% der Leute, denen man sagt, man heisse so, wissen nicht, wie er geschrieben wird. Das kann aber natürlich auch daran liegen, dass meine englische Aussprache meines eigenen Namens zu wünschen übrig lässt. S'bästschn, Säbästschian, Sibässtschinn - alles nicht ungedingt von Erfolg gekrönt. Ich hatte zwischendrin schon überlegt, es einfach mit spanischen Akzent (SSebastiann) auszusprechen, aber ich glaub das ist noch bescheuerter.

Meine Cubicle-Kollegin hat übrigens auch noch einen tollen Spitznamen für mich erfunden: Sea Bass (Seebarsch). Geht wohl zurück auf den Film Dumm und Dümmer, in dem es einen Redneck-Fischer mit dem Spitznamen gibt, der den beiden Protagonisten nicht wohl gesonnen ist und mit dem Spruch "Kick his ass, Seabass" angefeuert wird.

Es gibt hier ja viele Orte, an denen man seinen Namen hinterlässt, um danach aufgerufen zu werden - zB Starbucks, Jamba Juice und Delis (Restaurants, die Sandwiches usw. anbieten) - und an diesen Orten ist es eigentlich unwichtig, wie man wirklich heisst. Deshalb hab ich mir jetzt überlegt, einen Fake-US-Namen anzulegen. Ich hab dazu eine kleine Rundfrage unter den Kollegen gestartet und jetzt einen passenden gefunden:

Ben

Ist kurz, praktisch, kann jeder buchstabieren und hat noch einen kleinen Witz eingebaut (Big Ben). Außerdem gibt es interessante Bens in der TV Serie Lost und dem Film Blue Velvet.

Videothekenautomat

Also ich weiss nicht, ob es sowas mittlerweile auch in Deutschland gibt, aber hier hat es in den Supermärkten einen Kasten, der DVDs für $1 am Tag ausleiht. Echt praktisch - nach dem bezahlen noch mal schnell nen billigen Film mitzunehmen. Der Dollar gilt auch nicht pro Kalendertag, wie das in der Videothek geschickt verkauft wird, sondern bis 19 Uhr am nächsten Tag. Wir haben die letzten Tage jetzt immer einen mitgenommen (zB Yes Man mit Jim Carrey und Open Season 2) und mir gefällt das System um einiges beser als Netflix, bei dem die DVDs per Post zugeschickt werden...

Sorry, dass ich sonst so blogfaul geworden bin..es gibt einerseits nicht viel Neues (zumindest nichts, was ich hier verbreiten will) und andererseits ist die Zeit relativ knapp. Außerdem will ich keinen mit uninteressanten (bzw. noch uninteressanteren) Details quälen.

Freitag, 3. April 2009

Danke, DFG!

Wir haben heute erfahren, dass Christine das beantragte DFG-Forschungsstipendium gewonnen hat! *feier*. Für die nächsten zwei Jahre sind wir hier also gecovered und werden in starken Euro bezahlt :).

Montag, 30. März 2009

Leben in der Vorstadt

Wir sind ja vor kurzer Zeit umgezogen. Unsere neue Umgebung nennt sich Carmel Valley, was noch zu San Diego gehört und schon so ziemlich in die typische Vorstadtkategorie fällt. Das bedeutet: ruhig, gepflegt, spießig, familienorientiert etc. Der Ort ist voller dürrer 40something Frauen in riesigen SUVs, die abwechselnd bei Starbucks oder Jamba Juice anstehen. Die Kollegen haben mir schon davon abgeraten hier ins Fitness-Studio zu gehen, weil es eine reine Cougar-Grube wäre. Cougars sind ältere, meist geschiedene Frauen, die sich ein Stück Frischfleisch angeln wollen und dort in $400 Dollar Trainingsanzügen so tun als ob sie trainieren. Die sieht man hier auch öfters genau so zu zweit durch die Straßen schwätzen walken.

Freitag, 27. März 2009

Das Indianerkasino

Letzten Sonntag hatte meine Mutter den letzten Tag in San Diego, also haben wir natürlich wieder was unternommen. Wir sind Richtung Osten aus San Diego raus und in die "Berge" gefahren (auf ca. 1000 m Höhe). Dort gibt es das Indianerreservat Viejas. Indianer haben wir allerdings nicht gesehen: das ganze ist eine (schön angelegte) Mall und ein großes Casino, die Stereotype kann ich also bestätigen. Interessant, dass sich sowas mitten im Nirgendwo hält. Das Casino war typisch und hat mich ziemlich an Las Vegas erinnert: Teppichboden, einarmige Banditen, Leute in Jogginganzügen und viele blinkende Lichter.

Ich hab nach alter Gewohnheit einen Dollar in einen der Automaten gesteckt (das haben wir im November schon in Las Vegas gemacht und da war der Dollar schneller weg als ein Tequila Shot) und auf ein paar blinkende Knöpfe gedrückt, ohne wirklich zu wissen, was ich mache. Und: yeah, ich hab 3 Dollar gewonnen! Zum Auszahlen bekommt man dann einen Bon mit Barcode und geht zu einem kleinen Auszahlungsautomaten. Das Geld kann man dann gleich nebenan in der Mall ausgeben - eigentlich eine perfekte Businessstrategie...

Mittwoch, 25. März 2009

Aua!

Tja, ich habs doch geahnt: Fahrradfahren ist gefährlich! Heute morgen hab ich den Beweis geerntet. Allerdings waren es nicht ein unaufmerksamer Autofahrer der mich gefährdet hat, sondern mein eigenes Streben nach Coolness.

So begab es sich also, dass ich heute auf unserem Firmenparkplatz eintreffe und auf meinen Standplatz auf einem hohen Bordstein zuradle. Um besonders cool zu sein, spring ich immer auf diesen Bordstein und schwing mich dann elegant runter. Nunja, heute ging das Absteigen etwas ander vonstatten: ich springe etwas zu früh ab und lande mit dem Vorderrad genau auf der Kante des Bordsteins. Das Fahrrad bleibt also abrupt stehen und meine Trägheit lässt mich über den Lenker fliegen und unsanft auf dem Asphalt aufkommen, das Fahrrad erst unter and dann hinter mir.

Zum Glück hat es keiner mitgekriegt - da hätte ich mir den ganzen Tag im Office Schmähungen anhören können. Passiert is nix, ausser etwas empfindlichen Handballen - zum Glück wird hier nämlich kaum Split verbaut.

Sonntag, 22. März 2009

Willkommen auf dem Freeway

Amerikanische Autobahnen, genannt Freeway, Highway oder Interstate, sind wirklich nicht wie ihre deutschen Pendants. Statt 400 km/h darf man nur schleichende 104,6 km/h (65 mph) schleichen, was aber gute Gründe hat:
  • Es gibt keinen TÜV, also fahren manche ihr Auto, bis es buchstäblich auseinanderfällt – schneller als 110 km/h sollten die wirklich nicht fahren
  • Durch dieses Auseinanderfallen liegen die Autobahnen auch voller Autoteile – am liebsten komplette Reifen
  • Weitere Hindernisse sind die Sachen, die von Pick-Ups und schlecht gepackten Lastern heruntergefallen
  • Außerdem gibt es Schlaglöcher, die größer sind als unsere Badewanne (Dramatisierung)
  • Zu guter Letzt fahren die Amis wie kopflose Hühner, spontan und ohne zu blinken, was nicht verbessert wird durch das erlaubte Rechtsüberholen
Die Geschwindigkeit ist aber natürlich nicht genau 65 mph, sondern je nach Spur unterschiedlich:
  • In der rechten Spur fahren ständig Leute raus und rein, also ist der Speed eher so 60 mph (96 km/h)
  • In der zweiten Spur ist eher schon Durchgangsverkehr, mit so ca 70 mph (112 km/h)
  • In der dritten Spur bleibt man, wenn man die nächsten paar Abfahrten nicht raus muss und fährt so ca 75 mph (immerhin 120 km/h)
  • In der linksten(?) Spur ist es Glückssache – entweder es rauschen nur Mercedesse und Beamers (nein, das sind hier nicht Projektoren, sondern BMWs), oder es stottert ein alter Cadillac mit nich älterem Besitzer mit ca 50 mph dahin
Was noch auffällt, sind die kreativen Autobahnkreuze. Keiner weiß warum, aber in den USA hat sich wohl noch nicht herumgesprochen, dass das Kleeblattsystem, das wir in Deutschland kennen, einfach die perfekte Lösung für ein Autobahnkreuz ist. Stattdessen werden Brücken über Brücken gebaut und das ganze wie ein Teller Spaghetti zusammengeschmissen. Sieht natürlich toll aus, ist aber extrem bescheuert.

Deshalb ist auch das Auffahren auf einen Freeway immer ein großer Spaß. Die San Dieganer hassen ja nichts mehr, als jemand auf die eigene Spur zu lassen (ungefähr wie die Frankfurter). Da ist dann plötzlich die Freundlichkeit und Zuvorkommenheit dieser Spezies wie weggeblasen. Wegen dieser Unsitte muss man sich im starken Verkehr also immer ca 5 Meilen vor dem Abbiegen in die richtige Spur einfädeln. Das blöde bei Autobahnauffahrten ist aber, dass man vorher nie weiß, ob es links oder rechts auf die Autobahn geht. Deshalb muss man auf fremdem Territorium Blut, Schweiß und Tränen vergießen, um auf diesen blöden Freeway zu kommen.

Naja, es gibt auch positive Unterschiede: man muss nicht immer die komplette Städtetopographie im Kopf haben, um in die richtige Richtung zu fahren („Liegt jetzt Bad Salzufflen in Richtung Nierenstein?“ hab ich mich in Deutschland oft gefragt). Stattdessen ist einfach alles ausgeschildert nach Himmelsrichtungen („Bad Salzufflen liegt von mir im Norden, also nehm ich die Richtung „North“). Außerdem sind alle Nord-Süd-Freeways in ungeraden Zahlen und die Ost-West’igen in geraden Zahlen nummeriert.

Freitag, 20. März 2009

Ein paar Highschool-Beobachtungen

Ich fahre jetzt jeden morgen an einer High School vorbei und kann somit auch mal diese Seite des US Lebens mitkriegen. Die Kids werden nicht etwa per Bus abgeliefert, sondern natürlich schön mit dem eigenen SUV vorgefahren. Dafür gibt es extra einen langen Seitenstreifen, auf dem sich die Autos wie Taxis aufreihen. Und damit die Juniors dann auf den 10 Metern Weg in die Schule keine Skoliose bekommen, werden die Ranzen nicht auf dem Rücken getragen, sondern am Griff gerollt. Da gibts nur eine Berufswahl für die Zukunft: Stewardess oder Pilot...

Montag, 16. März 2009

Die neue Wohnung - exklusive Bilder!

So, wir haben zwar nur geklautes Internet, aber ich hab jetzt trotzdem mal ein paar schnelle Bilder der neuen Wohnung hochgeladen:


Die Garage (öffnet sich ferngesteuert per Knopfdruck)


Links gehts zum Haupteingang runter, rechts zur Garage (wir gehen nur durch letztere).


Wohnzimmer und Balkon


Der (nutzlose Gas-)Kamin


Der typisch amerikanische BBQ


Wohnzimmer aus der anderen Richtung mit Essbereich und Küche


Kleines Schlafzimmer


Großes Schlafzimmer


Bad #1


Bad #2 mit Fotograph

Wir sind umgezogen!

Gestern sind wir in eine neue, schicke Wohnung gezogen. Der Umzug war reibungslos und sehr schnell und es ist schon fast alles ausgepackt und verstaut. Wir haben in dem dreiviertel Jahr hier schon immerhin über 20 Kisten voller Zeug angesammelt. Das geht echt schnell!

Die neue Wohnung ist größer, schöner, näher an meiner Arbeit, neuer, hat Holzfußboden (bis auf die Schlafzimmer), ne eigene Garage, eigene Waschmaschine und Trockern, einen Balkon mit eingebauten Gasgrill und ist abends nicht so laut (keine Partygegend). Ihr könnt euch vorstellen, dass wir uns freuen :).

Ich bin heute morgen also zum ersten mal in den USA zur Arbeit geradelt. Das lief ganz gut, ist aber schätzungsweise etwas gefährlicher als in Deutschland, da die Autofahrer Räder nicht so gewöhnt sind. Es gibt zwar Radwege auf der ganzen Strecke, aber zum Linksabbiegen muss man sich in den Verkehr einfädeln. Besonders auf einer stark befahrenen vierspurigen Straße ist das haarig!

Bilder werde ich die Woche mal hochladen...falls wir heute (wie versprochen) in der neuen Wohnung Internet bekommen.

Dienstag, 10. März 2009

Sea World San Diego

Sonntag waren wir mit unserem Besuch aus Deutschland im lokalen Sea World. Die Hauptattraktion war natürlich die Killerwal-Shamu-Show. Die ging schon gleich typisch amerikanisch los, indem alle Militärleute aufstehen sollten und beklatscht wurden. Danach wurde es nur noch schlimmer - die Show ätzte nur so von Pathos und Schleimigkeit. Natürlich sind springende Killerwale interessant und die Tricks mit den Dompteuren waren teilweise beeindruckend, aber diese superkitschige Show hats mir doch etwas verdorben.

Christine hatte die ganze Zeit Schiss, weil wir in der 14.Reihe saßen und Shamu bis zur 16. Reihe spritzen kann. Hätten wir in der Mitte gesessen, wären wir vielleicht auch total nass geworden - so hatten wir aber Glück. Das ganze wird ja mit System gemacht: die Wale machen bestimmte Tricks extra, um Leute nass zu spritzen. Zum Beispiel an einer stelle tauchten sie mit dem Vorderteil unter, formten die Schwanzflosse zur Schaufel, holten aus, und spritzen einen Schwall Wasser in die Menge. Kein Wunder, dass vorher Regencapes und Handtücher verkauft wurden.

Hier die besten Bilder:
Sea World

Mittwoch, 4. März 2009

Ich bin im Fernsehen!

Der Newsbericht zu unserem Whale Watching Trip wurde jetzt im San Diegoer Lokalfernsehen ausgestrahlt. Und es gibt ihn sogar online zu sehen:
http://www.cbs8.com/Global/story.asp?S=9947292
Meine Rolle ist doof im Boot zu stehen und meine Kamera zu umkrallen. Toll, ne?

Donnerstag sind wir leider krank geworden - momentan geht der grippale Infekt rum. Mit Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen, Fieber usw. Das ganze Programm. War aber gestern schon wieder (mit Schwindelgefühlen) auf der Arbeit. Nur die Harten kommen innen Garten! Das ätzendste an der Sache war, dass am Samstag meine Mutter und ihre Freundin angekommen sind und wir sie eigentlich abholen sollten - aber wir lagen ja beide voll kaputt und mit Fieber im Bett! Zum Glück wusste ich, dass wir auf unsere heldenhaften Freunde Steffi und Tim (IHR SEID DIE BESTEN!) zählen können. Leider war es mit abholen dann auch noch nicht getan - es folgte eine Odyssee bis spät in die Nacht, vor allem, weil sie nicht in das Mietshaus reingekommen sind (der Vermieter oder die Putze habens vergeigt). Hachje, das war ne Aktion - und wir konnten garnix machen! Da müssen wir uns auf jeden Fall noch eine gute Revanche einfallen lassen!

Donnerstag, 26. Februar 2009

Schrecken der US Arbeitswelt

Gestern hab ich hautnah die Schrecken der US Arbeitswelt kennenlernen müssen. Mein Cubicle-Kollege wurde fristlos gekündigt. Die Begründung war: "Es war einfach kein guter Fit". Da Kalifornien keinen Kündigungsschutz hat, kann man halt von heute auf morgen weg vom Fenster sein. Da sollte man sich schon ein Polster ansparen.
Die Aktion gestern war auf jeden Fall auch sehr unangenehm, da er dann hier heulend seine Sachen zusammengepackt hat. Der Arme hat nämlich gleichzeitig auch noch eine Scheidung am laufen in der es auf und ab ging und er saß hier schon manche Tage heulend am Platz. Und jetzt zieht seine Frau auch noch aus, bis er einen neuen Job gefunden hat. Tja, wenn man hier auf dem Boden liegt, wird noch nachgetreten.

Dienstag, 24. Februar 2009

Erste letzte Wünsche

Sollte ich einmal von euch gehen, dann begrabt mich bitte in einem Snuggie - der Kuscheldecke mit Ärmeln! Denn dann kann ich im Sarg noch ein spannendes Buch lesen (Friedhof der Kuscheltiere) und muss die Arme nicht schwierig um die Decke herumführen. Hm, vielleicht sollten wir wirklich mal so ein Ding bestellen. Allein schon wegen der obercoolen Werbung!

Montag, 23. Februar 2009

Learnings aus 4 Monaten Arbeit in SD

So, ich bin hier grob 4 Monate angestellt und wollte mal sammeln, was ich in der Zeit gelernt hab. Das ist nicht besonders viel, denn:

1. Ich mach die halbe Küche immer noch bei jedem zweiten Watercooler-Wechsel nass
2. Ich fühl mich immer noch nicht wohl im Cubicle
3. Ich hab immer noch nicht den am Anfang versprochenen Laptop (naja gut, das kann ich nicht lernen - wollte es nur mal erwähnen *heul* ;)
4. Ich benutz immer noch undiplomatische, deutsche Ausdrücke ("No, you're wrong")
5. Ich vertipp mich immer noch, wenn ich oft zwischen deutschem und englischem Kezyboard umschalte
6. Ich kann meinen Namen immer noch nicht für alle Anrufer verständlich aussprechen (Ich: "This is Sebäääästschin" - Die: "Is this Sebäääääästschän?")

Hmm, das war jetzt also eine Anti-Liste. Vielleicht schaff ich das nächste mal das Gegenteil...

Mittwoch, 18. Februar 2009

Baja Whale Watching Trip - Tag 3

Am dritten Tag war es dann endlich so weit. Ich bin früh um 6 aus dem Bett gefallen und hab nur noch gedacht: Wale, Wale, Wale. Erst einmal gings aber zum Frühstück, wo ich aus Mangel an guten Alternativen wie jeden Tag Rühreier mit Schinken verspeist hab. Danach gings aber doch noch nicht zu den Walen, sondern erst mal auf eine kleine Vogelexkursion an die Küste. Leider haben die sich an dem Tag rar gemacht und so war die Auswahl stark beschränkt. Und dann wurden wir noch am Leuchtturm rausgeschmissen, was eine total verwahrloste Gegend war - warum sollten wir da 20 Minuten rumhängen. Besonders traurig waren die abgemagerten Hunde, die versucht haben sich an Pelikanresten sattzuessen.

Kurz darauf kamen wir den Walen aber näher: es ging zurück nach Guerrero Negro und zu dem Bootstouranbieter und wir wurden Booten zugeteilt (je 10 Leute pro Boot). Am Vortag hat uns die Reiseleiterin noch eine Überraschung erzählt: ein Filmteam vom Lokalsender CBS8 wird uns begleiten und einen Bericht über die Tour zeigen. Vielleicht komm ich in 2-3 Wochen also im Fernsehen ;). Ich war allerdings nicht im Filmboot, was mir nur recht war.

Mit kleinen Bussen ging es dann, vorbei an den Salinen, zum Bootsanleger. Mein Gehirn: "Wale, Wale, Wale". Nach dem Umsteigen auf die Nussschalen heizte der Fahrer dann auch gleich mit Karacho auf die Lagune, in der sich zu der Zeit wohl ca 600 Wale befanden. So war es auch nicht verwunderlich, dass wir auch sehr schnell welche gesehen haben: zwei Wale im hübschen Begattungstanz! Die nächsten 3 Stunden waren dann vorne, links, rechts und hinten immer wieder Wale. Mal nah, mal fern, mal am Begatten, mal am einfach nur reglos daliegen, mal am Springen usw. Einmal war ein Wal sogar unter dem Boot - und drei mal so lang wie das Boot (Angst hatte ich aber keine)! Ich hab sein Auge direkt neben meinem Sitz unten im Wasser gesehn. Hätte ich mich halb reingehängt, hätte ich ihn sicher antatschen können. Ein weiteres Highlight war die letzte Begegnung mit Walen bei der Begattung. Plötzlich blitzte etwas Pinkes auf - zwei Pinke Sachen. Es waren zwei etwas verwirrte Männchen, die sich wohl gegenseitig für Weibchen gehalten haben und sich ihr Geschlechtsteil entgegengestreckt haben. Es ist wohl schon selten, nur eine dieser sogenannten Pink Floyd zu sehen - zwei auf einmal sind dann schon sowas wie ne Sensation!

Kurz danach musste wir aber leider wieder runter vom Wasser - der Naturschutz bestimmt, dass jeder Touri am Tag nur 3 Stunden in der Lagune sein darf. Sehr gut, dass sowas auch in Mexiko durchgesetzt wird. Ja und danach ging es wieder in den Bus und zu unserer letzten Nacht in Catavina. Dort haben wir dann Tequila getrunken, eine Pinata gehauen und Heuschrecken gegessen (schmecken wie Stockfisch!).
Baja California - Tag 3 (Wale)

Baja Whale Watching Trip - Tag 2

Am zweiten Tag des Whale Watching Trips in Mexiko wurde vor allem gefahren. Die Gesamtfahrzeit an dem Tag waren so ca. 9 Stunden würd ich sagen. Es ging los in Ensenada, dann gab es eine kurze Pinkelpause in einem Privatmuseum, das wirklich nur eine kleine Hütte voller Plunder war. Der nächste Halt war dann schon mitten in der Wüste, wo es leckere Hummer-Burritos zum Mittag gab. Nach ein paar weiteren Stunden durften wir uns die Beine bei einem kleinen Wüstenwalk vertreten. Der letzte Pinkelstopp war dann in Catavina, wo wir auch die letzte Nacht verbringen sollten. Witzigerweise wird der Strom dort erst nach 4 angestellt, weshalb alle im Dunkeln aufs Klo gehen mussten. Unser Ziel Guerrero Negro wurde um 8 erreicht, wo wir nach Abendessen und ein paar Margheritas voller Vorfreude auf die Wale einschlummerten.
Baja California - Tag 2

Montag, 16. Februar 2009

Whale-Preview

Ich bin heute von der Wal-Exkursion zurückgekommen. Werd die Tage dann mal alle Bilder verarbeiten und den Bericht schreiben. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Hier schon mal drei gute Bilder (nein, ich bin auf keinem davon zu sehen):


Freitag, 13. Februar 2009

Baja Whale Watching Trip - Tag 1

Hallo aus Mexiko! Ich sitze hier gerade in Ensenada im Hotel Coronado (sehr schön - sieht von außen wie ein (Disneyland-)Schloss aus) am ersten Abend unseres geplanten Mexiko Wale-angrabschen-Trip. Leider musste ich aber Christine in San Diego zurücklassen, da die Arme total erkältet is. Ich sitz hier also allein in einem der zwei Queensize Betten und gleich ist es Valentinstag - aber auf diesen Kommerz-Feiertag fallen wir sowieso nicht rein, nicht Schatz? Wenigstens ist ein deutsches Freundespärchen (Petra und Uli) dabei; außerdem ist zufällig noch ein weiteres deutsches Pärchen dabei, die Petra und Uli sogar schon kannten (die deutsche Szene ist klein ;). Die restlichen Mitreisenden sind altersmäßig und herkunftsmäßig breit gefächert. Find ich schon in Ordnung, die Zusammenstellung.

Tja, ansonsten ist heut die Reise erst losgegangen: nach der Arbeit schnell gepackt und MP3/Video-Player geladen und dann gings zum Bus (wir natürlich der letzten Reihe zugeteilt, aber der Bus hat noch einige Reihen hinter uns leer). Der fuhr bis zur Grenze, wo wir dann aussteigen mussten und ein Formular in einem kleinen Büro stempeln lassen mussten. Danach durften wir uns mit unseren Koffern hinter einer kleinen Ampel aufstellen und der Reihe nach die Taste auf der Ampel drücken. Wenn sie grün leuchtet durfte man weiter, bei Rot musste der Koffer aufgemacht werden. Sehr witzig, diese Zufallsmethode!

Weiter gings dann kurz durch Tijuana und auf den Highway nach Ensenada, ca 90 Minuten Fahrt. Dieser Bezahlhighway ist sehr gut ausgebaut und nicht besonders voll (nachdem wir aus TJ raus waren). Leider ist mir trotzdem schon leicht schlecht geworden - ich bin halt lange nicht mehr Bus gefahren. Hab etwas Bedenken wegen morgen, denn da gibt es insgesamt über 8 Stunden Busfahrt auf einem viel holprigeren Highway. Am besten ich nehm Reisetabletten...Aber was tut man nicht alles, um mal Wale angrabschen zu können :) (was dann am Sonntag passieren wird).

Das Essen im Hotelrestaurant war sehr lecker, gehoben mexikanisch. Trotzdem haben wir zu fünft nur $45 bezahlt (naja nur 4 Essen, aber dafür mit Getränken)! Ein kleiner Schocker war der Anruf nach Hause: $6 für 6 Minuten!

Ich hoffe ich kann Morgen Abend auch wieder irgendwo Wifi klauen, ansonsten gibts erst wieder Updates nach dem Trip.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Verkehrseigenheiten in Kalifornien

Da meine Mutter demnächst die die Staaten kommt, will ich hier mal einen kurzen Überblick über die Verkehrseigenheiten in Kalifornien geben. Hi Mom! ;)

  1. Fast alle Autos haben Automatik. Sollte man mit umgehen können...

  2. Die großen Zahlen auf dem Tempomat sind hier Miles per Hour (mph). Danach richten sich hier die Geschwindigkeiten.

  3. Übliche Geschwindigkeiten: Autobahn 65, Landstraße 55, Große Hauptstraßen 40-50, Wohngegend 25. Normalerweise ausgeschildert, sonst einfach mitschwimmen. Dann gibts noch Sonderregeln, zB bei Schulen - ist aber ausgeschildert.

  4. Europäische Schilder sind Mangelware. Stattdessen steht vieles geschrieben. Also alle Schilder lesen! Eine Sackgasse ist zB nicht durch das bekannte blaue Schild angezeigt, sondern durch den Text "NOT A THROUGH STREET"

  5. Amis wechseln die Spur oft spontan und ohne zu Blinken. Auch Abbiegen ohne Blinken ist nicht ungewöhnlich.

  6. Beim Abbiegen muss man sich ca 100 Meter vorher an den rechten Straßenrand einordnen. Fahrradwege sind dort dann auch gestrichelt, also drauffahren! Rechtsabbiegen bei roter Ampel ist erlaubt, wenn alles frei ist und kein Schild es verbietet (No right turn on red).

  7. Die Straßen sind ungefähr so gut wie in Ungarn. Das heisst, es gibt gerne mal riesige Schlaglöcher, die nicht ungefährlich sind. Also immer die Straße scannen! An Kreuzungen gibt es auch gerne mal große Dellen, bei denen man auch nicht so sehr rasen sollte.

  8. Es gibt eigentlich keine Zebrastreifen. Im Wohngebiet gelten alle Kreuzungen als Fußgängerüberweg. An größeren Straßen stehen aber Ampeln. Generell haben Fußgänger aber sowieso Vorfahrt.

  9. Ampeln hängen auf der anderen Seite der Kreuzung. Also nicht den Kopf zum Seitenfenster rausstecken und suchen, sondern entspannt nach drüben gucken. Manchmal hängen sie auch am Faden über der Kreuzung und sind horizontal angeordnet, aber nicht hier.

  10. Beim Tanken steckst du zuerst seine EC oder Kreditkarte in die Zapfsäule und folgst den Anweisungen. Mitten in der Wüste gibt es oft keine ausreichende Tankstellendichte, also vorher gut planen, wenn es in die Mojave geht.

  11. Es gibt Kreuzungen, bei denen alle Seiten ein Stoppschild haben (4-way-Stop). Dort fährt zuerst, wer zuerst kommt. Gilt auch bei rot blinkenden Ampeln, oder an gleichwertigen unbeschilderten Kreuzungen.

  12. Parken kann man im Prinzip überall unbegrenzt, wo der Borstein nicht angemalt ist.


So und jetzt fühl ich mich etwas bescheuert, denn nach einer schnellen Google Suche ergibt sich, dass das alles schon hier gut zusammengefasst aufbereitet wurde:

http://www.usatipps.info/autoverkehr/

Egal, ich poste es trotzdem...wo ich mir doch schon die Arbeit gemacht hab!